• eingetragen am: 18.05.2017 um 12:24 Uhr, Alter: 126 Tag(e)
  • Kategorie: Lokalpolitik
  • Träger-Kampagne zum KiFöG - Positionspapier vorgestellt - Offene Fragen


    AWO-KiTa "Bummi" in Halle-Neustadt

    AWO-GF Sylvia Plättner (re.) begrüßt zusammen mit Sylvia Hörner, fachbereichsleiterin KiTa/Horte die Gäste

    Ergebnisse der drei Rundtischgespräche auf Schautafeln

    Unter den Gästen auch Halles Bildungsbeigeordnete Katarina Brederlow (geradeaus)

    Gerade stellte Sachsen-Anhalts Sozialministerin die Ergebnisse zur Evaluierung des KiFöG vor, da startete die AWO eine landesweite Aktion, um mit Politikern, Eltern und Erziehern zum Thema ins Gespräch zu kommen. Gestern wurde dazu in die KiTa "Bummi" in Halle-Neustadt eingeladen. In Form von Rundtischgesprächen fand der Austausch statt.

    Während in anderen Regionen der Bundesrepublik KiTa-Plätze sehr knapp sind, verfügt Sachsen-Anhalt generell über eine gute Auslastung. Vor allem für die unter Dreijährigen fehlen im Land ca. 3.000 Plätze, 57 % der Kinder hatten einen Platz. Das entspricht einem Mehrbedarf von 5,7 , dem drittbesten Platz in Deutschland. Die Probleme liegen aber woanders: Personalschlüssel, Personaldecke, auskömmliche Finanzierung oder Festschreibung einheitlicher Standards waren die Stichworte.

    In der ersten Runde ging es um "offene Fragen". Schnell kreiste alles um wichtige Personal-Probleme: Vor- und Nachbereitungszeiten, Urlaubs- und Krankheitsvertretungen und der Betreuungsschlüssel (1:12, in der Realität oft 1:15). Auch die Überarbeitung der Erzieherinnen-Ausbildung, die als zu lang empfunden wird sowie die Hinführung von Quereinsteigern zu Fachkräften wurde lebhaft diskutiert.

    Runde zwei war mit Auswahlkriterien für eine KiTa eigener Wahl überschrieben. Schon das scheitere an der Realität, waren sich die Teilnehmer sicher. Eltern seien oft froh, überhaupt einen Platz zu erhalten und wenn das jeweilige inhaltliche Konzept mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen übereinstimme, sei das ein Lottogewinn. Aber, falls tatsächlich ausreichen Plätze zur Verfügung stünden, wären der Standort in Wohnortnähe, die konzeptionelle Ausrichtung und eine zeitgemäße Ausstattung entscheidend.

    In Runde drei wurde die Flexibilisierung von KiTa-Öffnungszeiten diskutiert. Um die Vereinbarung von Familie und Beruf realisieren zu können, wünschten sich viele Eltern mehr Spielraum. Andererseits wurde darauf verwiesen, dass ja oft auch die ErzieherInnen selbst Eltern seien, die ihre Kinder rechtzeitig ins Bett bringen wollen. Die Vorstellung von einer 24-h-KiTa fand wenig Resonanz.

    AWO-Geschäftsführerin Sylvia Plättner freute sich über die angeregte Diskussion. Es existriert bereits ein Positionspapier, das an die Entscheidungsträger der Landesregierung gebracht werden soll (am Ende des Artikels).

    Zu den weiteren Aktionen in weiteren AWO-KitA-Einrichtungen laufe noch eine Elternbefragung, die im September mit der gesamten Kampagne ausgewertet werden soll. Die AWO Sachsen-Anhalt betreibt 76 KiTa-Einrichtungen mit ca. 7.000 Kindern. "Das KiFöG läßt im Moment viel Raum für Interpretationen. Wir wünschen uns die Festlegung von Standards. Und wir wollen unser Positionspapier nicht zuerst am Geld festmachen", so die Geschäftsführerin der AWO Halle-Merseburg.

    AWO-Positionspapier als pdf