• eingetragen am: 04.08.2017 um 13:47 Uhr, Alter: 77 Tag(e)
  • Kategorie: Landespolitik
  • CDU-Landeschef Thomas Webel: Diesel-Debatte geht alle an - Tüftler gefragt


    Foto: Lernhelfer

    In diesen Tagen erleben wir eine aufgeheizte Debatte, die sich vordergründig um eine Antriebstechnik dreht, die seit rund 125 Jahren den Namen ihres Erfinders trägt. In dieser Zeit hat der Selbstzünder, an dem der geniale deutsche Ingenieur Rudolf Diesel im ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur völligen Erschöpfung arbeitete, die Welt verändert.

    Lokomotiven, Omnibusse, Schiffe, Traktoren, Lastkraftwagen und selbstverständlich Millionen von PKWs nutzen täglich den Dieselmotor. Ohne ihn wären Mobilität und Wohlstand in dem Maße, wie wir sie heute kennen, so nicht möglich. …

    Eine solche Debatte geht nicht nur diejenigen von uns etwas an, die einen Diesel fahren und sich deshalb Sorgen machen, was ihr Fahrzeug demnächst noch Wert ist und wo sie es zukünftig noch nutzen dürfen und wo nicht mehr. Eine solche Debatte geht uns alle an, weil sie weit über Rudolf Diesels revolutionäre Antriebstechnik hinausreicht. Es geht hierbei zum einen um die Zukunft Deutschlands als Wirtschafts- und Technologiestandort. Es geht daneben aber auch um das Wertefundament, auf dem unsere soziale Marktwirtschaft aufgebaut ist. ...

    Ich denke, dass die bekanntgewordenen Betrügereien der Automobilbranche nichts mit den Prinzipien unserer sozialen Marktwirtschaft zu tun haben. Im Gegenteil. Die Konzernführungen haben damit die soziale Marktwirtschaft missbraucht und ihre Fundamente untergraben. Es ist Vertrauen in die Marke „Made in Germany“ verloren gegangen. Dem Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland wurde dadurch schwerer Schaden hinzugefügt. Der Weg hieraus darf sich aber nicht in wilden Verbotsdiskussionen erschöpfen, von deren Folgen zudem zuvörderst die Falschen betroffen wären. Dies würde auch Deutschland insgesamt nur schwächen und nicht stärken.

    Wir brauchen im Heimatland von Rudolf Diesel vielmehr pfiffige Ingenieure und einfallsreiche Tüftler, die seine geniale Erfindung so weiterentwickeln, dass sie die strengen umweltrechtlichen Vorschriften einhält und nicht umgeht. Darauf muss die Industrie jetzt ihre Anstrengungen hin ausrichten.

    Quelle: www.cdulsa.de/Webels Woche, Ausgabe 37 / 04.08. 2017