• eingetragen am: 10.10.2018 um 09:17 Uhr, Alter: 67 Tag(e)
  • Kategorie: allgemeines
  • Drastischer Azubimangel befeuert Kneipensterben in Sachsen-Anhalt


    Sachsen-Anhalt erlebt ein Kneipensterben. In den vergangenen vier Jahren haben allein im südlichen Sachsen-Anhalt bereits 161 Betreiber ihren Ausschank geschlossen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe) mit Verweis auf Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau. Extrem kritisch sieht es demnach im Landkreis Wittenberg aus - mit fast 50 Geschäftsaufgaben.  Nahezu jede siebte Gaststätte hat dort seit 2014 dicht gemacht, teils altersbedingt, teils aus wirtschaftlicher Not.  "Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt", sagte Michael Schmidt, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Sachsen-Anhalt, dem Blatt.  "Vor 20Jahren waren Koch und  Kellner  heiß begehrte Jobs, nun müssen Gastwirtschaften schließen, weil das niemand mehr machen möchte."

    Schwierig sei  die Situation auch für viele Hotels und Pensionen, zunehmend  auch  in touristisch gut  erschlossenen Regionen wie dem Burgenlandkreis. Allein dort  sind in letzter Zeit gut 20 Beherbergungsstätten weggefallen. Auch Anhalt-Bitterfeld verzeichnet einen dramatischen Rückgang der Kapazitäten - minus 16 Hotels. Landesweit  gibt es heute 61  Hotels und Pensionen weniger als noch 2014.  "Die Zahl der Auszubildenden ist im vergangenen Jahrzehnt dramatisch zurückgegangen", sagte IHK-Pressesprecher Markus Rettich der Zeitung. Aktuell bilde die Branche im südlichen Sachsen-Anhalt 482 junge Leute aus. Das sei nur noch ein Viertel der Lehrlingszahl von  2008. Besonders angespannt ist die Nachwuchssuche im Ausbildungsberuf Fachkraft im Gastgewerbe. Nur 36  Jugendliche lassen sich gegenwärtig dazu ausbilden,  vor einem Jahrzehnt sind es immerhin noch 247 gewesen.  Damals 1 032 Kochlehrlinge, heute 215.

    Quelle: Mitteldeutsche Zeitung