• eingetragen am: 13.11.2018 um 12:02 Uhr, Alter: 27 Tag(e)
  • Kategorie: allgemeines
  • Vortrag über geheimnisvolles Kästchen aus der Spitze des Roten Turms


    Bleikästchen mit Reliquienpäckchen Foto: Stadtmuseum Halle / Thomas Ziegler (halle.de/ps)

    Das Stadtmuseum Halle lädt für Mittwoch, 14. November 2018, um 18 Uhr im Rahmen der Sonderausstellung „In den Himmel hinauf. 600 Jahre Baubeginn Roter Turm“ zu  Vortrag und Gespräch  mit Professor Dr. Klaus Krüger zum Thema „Zur Festigung des Gebäudes und zum heilsamen Schutz der Gläubigen – ein geheimnisvolles Kästchen von der Spitze des Roten Turms in Halle“ in die Große Märkerstraße 10 ein.

    Als im April 1945 der Rote Turm auf dem Marktplatz von amerikanischen Truppen beschossen wurde und seine Spitze in sich zusammenbrach, wurde neben anderen Objekten auch ein bleiernes Kästchen freigelegt. „Ein bemerkenswerter Reliquienhort, der in seiner Vollständigkeit für Halle einzigartig ist“, so Prof. Dr. Klaus Krüger, der seine Geschichte erforscht hat. Nachdem das Kästchen,  zunächst verschwunden und unsachgemäß geöffnet worden war, gelangte es später ins Stadtarchiv Halle, und ist seit April dieses Jahres im Stadtmuseum in der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen. Der Inhalt dieses Bleikästchens  wurde 2006 von Professor Krüger in Teilen rekonstruiert.

    Insgesamt dürfte es sich dabei um etwa ein Dutzend kleiner in Seide eingeschlagener Päckchen gehandelt haben. Ihr Erhaltungszustand ist ganz unterschiedlich, aber kleine Pergamentstreifen machen Angaben zu ihrem Inhalt. So handelt es sich um eine Anzahl Reliquien - Überresten von Heiligen - von denen man sich bei der Errichtung des Gebäudes besonderen Schutz für dieses erhoffte. Eine auf das Jahr 1506 datierte Urkunde, die der Sammlung beigelegt war, gab dem Forscher zudem Auskunft über die betreffenden Heiligen und welche Art Schutz man sich von ihnen erwartete. Der Referent wird in seinem Vortrag ausgehend von diesem Fund aus dem Jahre 1945 die Vorstellungswelt und Glaubenspraxis des ausgehenden Mittelalters erläutern, denn Reliquien spielten für die spätmittelalterliche Frömmigkeit eine wichtige Rolle. 

    Professor Dr. Peter Krüger, geb. 1960 in Lübeck, studierte Geschichte, Germanistik, Ur- und Frühgeschichte in Kiel. Er promovierte bei Professor Dr. Werner Paravicini (Paris) mit einer Arbeit über den mittelalterlichen Grabmalbestand in Schleswig-Holstein und habilitierte über die Bündnispolitik der Städte in der Mark Brandenburg im 14. und 15. Jahrhundert. Seit 2002 ist er Leiter der Abteilung für Historische Hilfswissenschaften am Institut für Geschichte der Universität Halle-Wittenberg und seit 2004 Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt.

    Quelle: (halle.de/ps)