• eingetragen am: 28.06.2019 um 13:52 Uhr, Alter: 20 Tag(e)
  • Kategorie: Landespolitik
  • Staatssekretärin Möbbeck übergibt Zuwendungsbescheid für den Volkspark in Halle


     

    Magdeburg/Halle. Mit 200.000 Euro unterstützt das Land Sachsen-Anhalt die Sanierung des Volksparks in Halle. Die Mittel stammen aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Mittel). Die Gelder sind vorgesehen für die Sanierung des „Kleinen Saales“ im Volkspark Halle, insbesondere für die Sanierung von Fenstern, Türen, Fußböden, Heizung und Elektroanlagen sowie für Reparaturarbeiten am Dach.

    Staatssekretärin Susi Möbbeck, die den Zuwendungsbescheid heute an Ingrid Häußler und Dr. Rüdiger Fikentscher vom Verein Volksparks Halle e.V. überreicht hat, sagte: „Das 1907 eingeweihte Gebäude des Volksparks gehört zu den prominentesten Volkshäusern in unserer Region. Wir unterstützen die weitere Sanierung des Volksparks, dessen kulturgeschichtliche und gesellschaftliche Bedeutung weit über die Stadt Halle hinaus ausstrahlt. Der Volkspark bleibt so ein Haus mit Geschichte und Zukunft, das vielfältige Bildungs-, Begegnungs- und Kulturangebote vorhält. Gleichzeitig bedanke ich mich für das Engagement der vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich im Verein Volkspark Halle e.V. für das historisch wertvolle Gebäude und dessen Erhalt einsetzen.“

    Dr. Rüdiger Fikentscher betonte: „Der „Kleine Saal“ ist der am häufigsten nachgefragte Gebäudeteil. Die Zuwendung ermöglicht uns, bei der Sanierung einen deutlichen Schritt voranzugehen. Mit der Zuwendung werden wir den „Kleinen Saal“ in einen Zustand versetzen können, der es erlaubt, der großen Nachfrage gerecht zu werden und Mängel bei der Elektroanlage, Fenstern und dem Zugang zu beheben.“

    Hintergrundinformationen zur Geschichte des Volksparks:

    Gemeinsam mit Gewerkschaftern kauften hallesche Sozialdemokraten das Grundstück und ließen von den halleschen Architekten Albert und Ernst-Heinrich Giese den vom Jugendstil beeinflussten „Volkspark“ errichten. Das Geld brachten die Arbeiter über Anteilscheine selbst auf. Dieser „Palast für Arbeiter“ wurde am 13. Juli 1907 feierlich eröffnet und wurde das politische, geistige und kulturelle Zentrum der halleschen Arbeiter.

    Im Ersten Weltkrieg diente das Haus als Lazarett, während der Novemberrevolution 1918 als Sitz des örtlichen Arbeiter- und Soldatenrates und in  den zwanziger Jahren fanden in ihm schwerste politische Auseinandersetzungen statt. Hier kam es 1920 zur Spaltung der USPD und wurde 1924 der kommunistische Rote-Front-Kämpferbund gegründet. Beim Auftakt des Präsidentschaftswahlkampfes von Ernst Thälmann im Volkspark kamen am 13. März 1925 während eines Polizeieinsatzes zehn Menschen ums Leben. Einer der Toten war der Hornist Fritz Weineck, der in der DDR zum „Kleinen Trompeter“ stilisiert wurde.

    Die Nationalsozialisten enteigneten 1933 die SPD-eigene Volkspark GmbH. Das Haus wurde in „Reichshof“ umbenannt, war Versammlungs- und Veranstaltungslokal der NSDAP und im Zweiten Weltkrieg Musterungsstelle für den Militärdienst und Unterkunft für Zwangsarbeiter.

    Nach der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED im April 1946 wurde der Volkspark „Volkseigentum“ und in der DDR als politischer, gesellschaftlicher und kultureller Versammlungsort genutzt. Auch beherbergte er das „Traditionskabinett der halleschen Arbeiterbewegung“.

    Der Volkspark wurde 1998 der SPD zurückgegeben. Nach einer Teilsanierung durch die SPD-Immobilienverwaltung Konzentration GmbH wurde er seit 2000 von der „Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“ für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Um diese Nutzung zu fördern und zu erweitern, verkaufte die Konzentration GmbH den Volkspark 2009 für einen symbolischen Preis an den Volkspark Halle e.V. Seitdem wird er schrittweise saniert. Der Volkspark Halle e.V. öffnet das Haus als einen Ort der Kultur, Bildung und Begegnung einschließlich eines Kindergartens allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Halle. Die Sanierung  wird unterstützt durch Mittel der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Sachsen-Anhalt sowie von der Saalesparkasse Halle, der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, der Stadt Halle (Saale) und engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.

    Quelle:PM 044/2019 - Ministerium für Arbeit, Soziales und Intergration

    Photo: Pixabay