• eingetragen am: 05.09.2019 um 13:30 Uhr, Alter: 74 Tag(e)
  • Kategorie: Landespolitik
  • Landesförderung für mehr Hilfe zur Selbsthilfe in der Pflege


    Magdeburg. Pflegende Angehörige in Sachsen-Anhalt werden künftig weiter entlastet. Mehr als 650.000 Euro stellen Pflegekassen und das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration jährlich zur Umsetzung einer bundesgesetzlichen Regelung zur Verfügung. Damit werden Selbsthilfekontaktstellen, -organisationen und -gruppen im Land finanziell unterstützt. „Die Förderung soll helfen, dass sich Angehörige oder Nachbarn besser austauschen und somit in ihrem Alltag entlastet werden“, sagt Sozialministerin Petra Grimm-Benne und verweist auf Ergebnisse des Runden Tisches: „Pflegende fühlen sich teilweise allein gelassen, schlecht informiert über Hilfsmöglichkeiten und sind mit der Pflegesituation manchmal auch überfordert.“

    Die neue Landesförderung ermöglicht eine personelle Aufstockung der landesweit 14 Selbsthilfekontaktstellen mit ihren hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, damit mehr Selbsthilfegruppen von Pflegebedürftigen, Angehörigen oder helfenden Nachbarn gegründet und in ihrer Arbeit begleitet werden können.

    In einem ersten Schritt wurden mit einer Veranstaltung die Selbsthilfekontaktstellen, die es bereits in allen Landkreisen gibt, über die Möglichkeiten einer Förderung informiert. Im zweiten Schritt können dann Selbsthilfegruppen, die von den Kontaktstellen betreut werden, dort eine finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 2.000 Euro im Jahr erhalten. Selbsthilfeorganisationen, die von Selbsthilfegruppen beauftragt werden, deren Interessen auf Landes- und Bundesebene wahrzunehmen, können dafür ebenfalls ihr Personal aufstocken. 

    Hintergrund:

    In Sachsen-Anhalt werden rund 73 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause betreut, der Großteil von ihnen durch Angehörige oder nahe stehende Menschen. Oft sind die Pflegenden vielfältigen Belastungen ausgesetzt, sei es sozialer, finanzieller, zeitlicher, körperlicher oder psychischer Natur. Nicht selten berichten sie, wie sie die Pflege eines nahestehenden Menschen an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Kraft bringt. Dabei pflegen oder unterstützen jüngere Menschen bis 65 Jahren am häufigsten eine Person, die in einem anderen Haushalt lebt und Menschen ab 65 Jahren pflegen häufig mit einem hohen Zeitaufwand ein Familienmitglied.

    Quelle: PM 061/2019 des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

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