• eingetragen am: 13.02.2020 um 16:28 Uhr, Alter: 50 Tag(e)
  • Kategorie: Landespolitik
  • Erstes Bewerbungsverfahren für Landarzt-Studienplätze startet


    Magdeburg. Fünf Prozent der landesweit ungefähr 400 Medizinstudienplätze sind zukünftig in Sachsen-Anhalt für angehende Landärzte reserviert. Ab Mitte Februar können sich Studieninteressierte erstmals um einen der Studienplätze in Halle und Magdeburg bewerben. Das Bewerbungsportal ist unter www.landarztquote-sachsen-anhalt.de zu erreichen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Burkhard John, betonten: „Das eröffnet auch denjenigen einen Weg zum Medizinstudium, die Hausarzt werden wollen, aber keinen Abiturschnitt von 1,0 vorweisen können. Denn Berufserfahrung und Testergebnis zählen mehr.“

    Wer einen der Studienplätze erhält, verpflichtet sich vertraglich, nach Abschluss der Facharztausbildung zehn Jahre lang als Hausarzt in Gebieten in Sachsen-Anhalt tätig zu sein, in denen im hausärztlichen Bereich Unterversorgung besteht oder droht. Wird der Vertrag nicht eingehalten, drohen bis zu 250.000 Euro Vertragsstrafe.

    Wer sich um einen Studienplatz bewirbt, kann seine Chancen durch den Nachweis einschlägiger Berufserfahrung oder ein mindestens sechsmonatiges Praktikum in einer ärztlich geleiteten Einrichtung erhöhen. Außerdem findet im Mai in Magdeburg ein speziell auf die Bedürfnisse der landärztlichen Tätigkeit ausgerichteter Studierfähigkeitstest statt. Das Testergebnis geht mit einer hohen Gewichtung in die Entscheidung ein. Ergänzende Auswahlgespräche, wie es sie in manchen Bundesländern gibt, werden in Sachsen-Anhalt aufgrund des Einsatzes des spezifischen Studierfähigkeitstests nicht geführt.

    Wer sich auf dem Portal bewirbt und die erforderlichen Unterlagen vollständig und bis zum Ende der Bewerbungsfrist einreicht, erhält eine Einladung zum Studierfähigkeitstest in Magdeburg. In die Erarbeitung des Tests, der von einem  auf Studierfähigkeitstests spezialisiertem Unternehmen entwickelt wurde, waren unter anderem auch Hausärzte aus Sachsen-Anhalt eingebunden.

    Für das Testergebnis, die Abiturnote und die nachgewiesene Berufspraxis - hier werden bis zu 48 Monate anerkannt - werden jeweils bis zu 100 Punkte vergeben. Diese drei Punktzahlen werden gewichtet addiert. Dabei geht die Abiturnote nur mit 10 Prozent in die Gewichtung ein. Das Testergebnis (50 Prozent) und eine Berufsausbildung/-erfahrung bzw. eine praktische Tätigkeit (40 Prozent) fallen weit stärker ins Gewicht. Die Studienplätze werden dann an die Bewerberinnen und Bewerber mit den höchsten Punktzahlen vergeben. Bis Ende Juni soll feststehen, wer einen Studienplatz zum Wintersemester 2020/21 in Halle oder Magdeburg erhält. Sobald die Verträge zwischen dem Land und den Bewerbern unterschrieben sind, folgt die Meldung der Bewerberinnen und Bewerber an die Stiftung für Hochschulzulassung, die die endgültige Zulassung erteilt.

    Die im Herbst 2019 vom Landtag beschlossene Landarztquote ergänzt ein Bündel von Maßnahmen, die das Ziel haben, junge Ärzte für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen zu begeistern.

    Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung fehlen aktuell in Sachsen-Anhalt bereits 295 Hausärzte. Fast jeder fünfte Hausarzt ist älter als 65 Jahre. Ende 2025 wird nahezu ein Drittel der Hausärzte dieses Alter erreicht haben.

     

    Quelle: Pressemitteilung 008/2020 des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

    Photo: Pixabay